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„Ostkreuz“ Lesung

„Ostkreuz“ Lesung

24. September 2017 / 17:00 / Kloster Posa, Weinklause

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Lesung mit Michael Meinicke

Zu Ostkreuz:

Sie sind jung, verrückt, gierig nach Leben, trampen von einem Ort zum anderen, treffen sich, verlieben sich, sind irgendwie immer in Bewegung – unterwegs – und stoßen somit unweigerlich an die Grenzen einer starren, vermauerten Staatsgewalt. Der Blues gibt Tempo und Rhythmus dieser in jedem Wort authentischen Geschichte und ihrer Helden vor. Als die Wut und Resignation übermächtig werden, planen sie die Sprengung des Berliner Fernsehturms, beschließen sie, sich vorm Prager Kulturzentrum zu verbrennen.

Ein mitreißendes Buch über die Hippie-Generation der DDR in den 60er und 70er Jahren.

Zum Autor

Geboren 1947 und aufgewachsen im Ost-Berlin der Nachkriegszeit, erlangte Michael Meinicke dort auch sein Abitur sowie die Berufsabschlüsse als Elektriker, Verkäufer und Exportkaufmann. 1972 wurde er wegen „staatsfeindlicher“ Gedichte für zwei Jahre inhaftiert, danach arbeitete er an der Deutschen Staatsoper Unter den Linden.

1978 floh Meinicke im Kofferraum eines Autos nach West-Berlin. Dort beendete er 1985 das Studium als Magister in Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaften an der FU Berlin. Ab 1986 arbeitete u.a. als Mitarbeiter der Karl-Hofer-Gesellschaft, als Kurator des Bahnhofs Berlin-Westend und der Umweltbibliothek Berlin. Seit 1991 lebt er als freier Autor und Journalist in Nordhessen. Im Jahr 2000 erschien sein dem Social Beat verpflichtetes und mit fünf Auflagen bislang erfolgreichstes Werk, der Roman Ostkreuz.

Michael Meinicke im Web

Rezension, von Volly Tanner

Die Achtundsechziger im Osten des Mauerlandes Alkohol, freie Liebe und eine große Portion Revolte. Langhaarige Individualisten rennen gegen systemimmanente Windmühlen an, versuchen ihr Stückchen Freiheit und scheitern kläglich.

Michael Meinicke hastet autobiografisch durch die irren Jahre, lässt uns teilhaben an der Angst, der Wut und der Verzweiflung des ostdeutschen Beats. In „OSTKREUZ“ (Peter Segler) gibt es keine Helden. In kurzen, engen Sätzen beschreibt das Buch eine Wirklichkeit, die heute von vielen verdrängt oder romantisiert wird. Doch es war nicht romantisch. Es war schmerzhaft und machte Menschen klein.

Michael Meinicke legt hier den Soundtrack zu einer Zeit des Verfalls und der grauen Köpfe vor. Jedoch mit so viel Liebe, Detailversessenheit, Gefühl und Respekt, dass dieses Buch in jede Geschichtsstunde der nachwachsenden Generation gehört. Man darf lachen, man darf weinen und man darf wütend sein. „On the road“ auf ostdeutsch!

Ein schneller Roman, der vom Reisen handelt, vom Reisen in eine Vergangenheit, in der ein paranoider Staat jegliche menschliche Freiheit zertrampelte und letztendlich nur noch die Flucht als Lösung offen ließ. Und wenn eure Eltern mal wieder von der „guten alten Zeit unter Honni“ schwärmen, schenkt ihnen dieses Buch und eine Bambina-Schokolade und Knusperflocken und und und …

Blitz – Stadtmagazin Halle/Leipzig Ausgabe 7/8, 13. Jahrgang

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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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