Erst sehen, dann anfassen. Museum Schloss Moritzburg digital.

Etwas über „Museum digital“ und das Museum zum Anfassen.

Wussten Sie eigentlich, dass im Zeitzer Museum Schloss Moritzburg fast eine Viertelmillion Sammlungsobjekte in 40 Sammlungen aufbewahrt sind? Und wussten Sie, dass Sie inzwischen fast 900 der Sammlungsobjekte in 27 aufgeführten Sammlungen bei sich zu Hause im Wohnzimmer einen ersten Besuch abstatten können, nämlich auf „museum digital„?

Ich will Ihnen zwei Besuche vorschlagen. Zuerst den zu Hause im Wohnzimmer und dann den im Museum.
Denn: „Es gibt viele gute Gründe in Museen zu gehen,“ lesen wir auf museum-digital. Und:

Ausstellungsbesuche oder die Teilnahme an Veranstaltungen sind nur zwei davon. Museen „zeigen“ und „inszenieren“, sie „regen an“ und sie „bilden“. Doch es ist mehr, was ein Museum ausmacht: Museen sind Orte des Bewahrens und des Forschens. Zwei Facetten von „Museum“, die nicht immer unmittelbar sichtbar werden und doch Grundlage für alles sind, wodurch ein Museum sichtbar wird. Gezeigt, inszeniert, bewahrt und erforscht werden dabei die Objekte der Museen. Sie stehen im eigentlichen Zentrum der Museumsarbeit. Kaum ein Museum kann alle von ihm verwahrten Objekte gleichzeitig zeigen. Vieles muß – kaum beachtet – in den Depots verbleiben. Auf diesen Seiten präsentieren Museen aus Sachsen-Anhalt gemeinsam ihre Objekte, um mehr von den „Schätzen“ zu zeigen, als in „vier (acht, zwölf, …) Wänden“ möglich ist.

Starten wir unseren kleinen Besuch digital an Ihrem Rechner im Wohnzimmer.

 

Lernen und amüsieren. Ein Museumsbesuch hat viele Facetten

Abbildung zu Objekt Inv.Nr. V/H - 327 von Museum Schloss Moritzburg Zeitz
Foto: Museum Schloss Moritzburg

Eben haben Sie also die Schrittzähl-App am Smartphone abgeschaltet und machen es sich gemütlich.
Wussten Sie eigentlich, dass schon ein gewisser Leonardo da Vinci nach Beschreibung von Vetruv (um 24. vor Christus) einen mechanischen Schrittzähler skizzierte?

Sozusagen einen frühen Vorgänger Ihrer Schritt-App finden Sie auf museum-digital. Bei Ihrem zweiten Besuch können Sie den Schrittmesser für Mensch und Pferd von Adam Friedrich Zürner (1679 – 1742) dann im Original bewundern. Der nämlich, Zürner, wurde von Kurfürst August dem Starken mit dieser Entwicklung beauftragt. 1722 vermaß er damit z. B. die Strecke von Zeitz nach Naumburg.

Abbildung zu Objekt Inv.Nr. VI/C - 91 e von Museum Schloss Moritzburg Zeitz
Foto: Museum Schloss Moritzburg

Wussten Sie eigentlich, welche Künstler Ihrer Heimatstadt wann welche Kunstwerke der Nachwelt hinterließen? Ihr Museum weiß es.

Also lautet meine Empfehlung: machen Sie einen kleinen Vorgucker auf museum-digital und dann runter von der Couch und rein ins Museum. Sie müssen es ja nicht so übertreiben, wie der „Männliche Akt vor dem Spiegel“ von Harald Otto, einem Zeitzer Goldschmied.

Ihr „Vorgucker“ wird Ihnen mit gutem Service auf museum-digital erleichtert. Sie finden zu allen Objekten ausführliche Auskunft zur Herkunft, Größe, Beschaffenheit.

Zudem können Sie die abgebildeten Objekte nebst Erläuterungen schnell als PDF-Datei aufrufen, ausdrucken und sich so Ihren eigenen Fahrplan für Ihren Besuch gestalten.

 

Erheblicher Mehrwert für die Museen selbst

Foto: Museum Schloss Moritzburg

Für die Museen selbst steckt in museum-digital jede Menge Arbeit. Jedes einzelne Objekt nebst zugehöriger Daten muss eingepflegt, die Eingaben verschlagwortet und so verarbeitet und verknüpft werden, dass Seitenbesucher schnell finden, was sie suchen.

Ursula Rittig ist dafür im Museum Schloss Moritzburg zuständig und weiß, was das bedeutet. Sie weiß aber auch, welchen Nutzen museum-digital für das Museum selbst hat.

Es käme nicht selten vor, erzählt sie, dass du aus der Ferne einen Anruf bekommst. Ein Historiker sei in den digitalen Sammlungen auf ein Objekt gestoßen, zu dem er noch über wichtige zusätzliche Informationen verfüge. Oder gar ein weiteres, die Sammlung ergänzendes Objekt wird so gefunden. museum-digital also als Fundus für wissenschaftliche Forschungen wie als Plattform für den Austausch wichtiger Informationen.

Manche Sammlung konnte auf diesem Wege ergänzt oder gar vervollkommnet werden. Für viele Sonderausstellungen werden Leihgaben via museum-digital ergänzend angebahnt.

 

Der wahre Wert der Kultur liegt in ihrer Unbezahlbarkeit

Ludwig Koch  "Trotzköpfchen" Foto: Museum Schloss Moritzburg
Ludwig Koch „Trotzköpfchen“
Foto: Museum Schloss Moritzburg

Wussten Sie eigentlich, dass manche, ich nenne sie mal Trotzköpfe, noch immer behaupten, unsere Museen seien so eine Art „Hobbyherbergen für verstaubte Sammelfreunde“? Und Geld würden sie auch nur kosten. Zu denen gehören Sie natürlich nicht, sonst würden Sie nicht bis hierher gelesen haben.

Wer zu denen gehört, dem sage ich mit den Worten von Prof. Dr. jur. Oliver Scheytt, Pianist und Kulturmanager: „Der wahre Wert der Kultur liegt in ihrer Unbezahlbarkeit“.

Denen sage ich: Sie mein Freund, haben nichts verstanden von der zeigenden, inszenierenden, anregenden und bildenden Rolle unserer Museen. Überzeugen Sie sich selbst.
Und Ihnen: viel Spaß bei Ihrem zweiten Besuch im Museum Schloss Moritzburg in Zeitz.

 

 
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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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