Kinderkunst, vom Bauhaus inspiriert
Einst zu DDR-Zeiten konntest du beim Stadtspaziergang gut erkennen, wer bei ZEKIWA arbeitete oder jemanden dort gut kannte. Nicht nur an den Kinderwagen, vor allem an den Einkaufsbeuteln, die seinerzeit typisch waren. Sie wurden aus den Bezugsstoffen der ZEKIWA-Kinderkutschen gefertigt. Konsumproduktion nannte sich das damals, heute heißt es Upcycling. Was noch heute (oder heute wieder) aus diesen Stoffen entstehen kann, ist jetzt in der Ausstellung „Sei leise, schau hin“ zu entdecken. Kissen zum Beispiel (siehe Beitragsbild und Bild rechts). Bis zum 13. Mai zeigt die Ausstellung am Neumarkt 3 Arbeiten von Schülerinnen und Schülern aus vier Zeitzer Schulen, die seit September in Workshops entstanden. Begleitet von Bauhaus Agentinnen des Reallabors ZEKIWA und nach den Ideen des historischen Bauhauses sanft geführt, präsentieren die Kids und Jugendlichen fantastische kleine Werke.
Nein, die SchülerInnen waren nicht inkognito oder geheimer Mission unterwegs, wie der Name „Bauhaus Agentinnen“ vermuten lässt, klärt zur Eröffnung Isabell Wiehmert als eine der Agentinnen auf. Vielmehr verknüpfen sie unterschiedlichen Projekten Ideen und Methoden des historischen Bauhaus mit den Werten und Zielen des Neuen Europäischen Bauhauses. Sie wollen in kreativen Gestaltungsprozessen einen positiven Blick auf die Gegenwart und die Zukunft des Strukturwandels erzeugen. Was ihnen ganz offensichtlich gelingt, wie der Blick in die Ausstellung zeigt. Zauberhaft lebendig jedenfalls, was hier zu sehen ist.
Eine „Stadt zum Anfassen“ schufen Kinder der Grundschule Stadtmitte, nachdem sie ihre Stadt erkundeten, nach Materialien suchten oder nach ihrem Lieblingsort. „Sei leise, schau hin“, was sie aus ihrem Blickwinkel in den Modellen aus Pappe und Ton spiegeln. Vielleicht gehst du sogar hin und versuchst, beim Stadtgang das kleine Quiz zu lösen (Bild unten rechts)?. Den Kindern ist das gelungen.
Zu ganz pfiffigen Lösungen kamen die Kinder der Pestalozzischule. In ihrem Ausweichquartier ist der Raum spielen knapp, zumindest für große Spiele. Also bauten sie kleine Spiele für die Hosentasche oder große, die aber mit ein paar schnellen Handgriffen zusammengepackt und verstaut sind. Sehr witzige Designs sind so beim Schneiden, Hämmern und Malen aus Holz, Pappe oder Stoff entstanden.
Um Fragen der Mode und Nachhaltigkeit ging es bei den Größeren der Sekundarschule III und dem Geschwister Scholl Gymnasium. Unter der Fragestellung, was tragen wir, warum und wo kommt es her entwarfen sie eigene Motive. Praktisch angewandt fanden sich die Motive via Siebdruck auf T-Shirts wieder. Daneben entstanden Masken aus Pappmaché, bei deren Entstehen sich die Schüler mit Gefühlen auseinandersetzten und in ihren Modellen hervorzubringen versuchten.
Übrigens verändert sich die Ausstellung bis zu ihrer Schließung nach dem 13. Mai ständig. Denn die ProtagonistInnen noch nicht am Ende ihres Projektes. Es lohnt also ein Besuch auch dann, wenn man schon einmal dort war.
Die Ausstellung ist montags bis donnerstags, außer an Feiertagen, von 10:oo bis 15:00 Uhr geöffnet.
Führungen durch die Bauhaus Agentinnen:
Freitag, 17. April und Montag 11. Mai jeweils 17:00 Uhr.
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