Roland Rittig mit Bundesverdienstkreuz geehrt
Der Zeitzer Roland Rittig wurde heute in Magdeburg mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Verliehen und unterzeichnet wird der Orden vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Überreicht wurde die Auszeichnung von Ministerpräsident Sven Schulze.
Roland Rittig hat in der Kultur- und Kunstlandschaft der Region Zeitz Spuren hinterlassen, die weit über Stadtgrenzen hinaus spürbar sind. Und er hinterlässt sie noch heute. Ministerpräsident Sven Schulze wird ihn in seiner Laudatio einen „Multiplikator und Impulsgeber kultureller Aktivitäten“ nennen, die „zunächst im südlichen Sachsen-Anhalt, später im gesamtdeutschen Raum“ wirken. Indes er nicht nur Impulse setzt sondern auch wichtige und nachhaltig wirkende Projekte selbst realisiert. Rittigs zahlreiche Publikationen etwa, allesamt auf höchstem Niveau, inhaltlich und ästhetisch. Akribisch setzt er seine Werke zusammen, verwirft, tüftelt neu, korrigiert, setzt neu, immer mit dem Anspruch höchstmöglicher Qualität. So kommt es, dass manches seiner Bücher selbst den Papst erfreute (wir berichteten).
Unvergessen sind die von Roland Rittig und dem Zeitzer Geschichts- und Altertumsverein organisierten Tage der Heimatgeschichte einschließlich der zugehörigen Publikationen, die ein großes Publikum erreichten und bis heute nachgefragt sind.
Roland Rittig ist nicht nur Impulsgeber und Multiplikator, er ist auch ein wichtiger Bewahrer. 1982 brachte er aus Anlass des 150. Todestages von Johann Wolfgang von Goethe die vielbeachtete Grafik- und Gedichtmappe „Prometheus 1982“ mit Werken bedeutender ostdeutscher Künstler heraus. Obwohl sie aus politischen Gründen kurz nach Veröffentlichung konfisziert wurde konnte eine vollständige Mappe mit Originalgrafiken gesichert und erhalten bleiben. Heute ist sie im Besitz des Museums Schloss Moritzburg Zeitz.
Zur Unterstützung dieses Museums gründete Rittig den Verein „Gesellschaft zur Förderung des Schlosses Moritzburg“. Als deren langjähriger Vorsitzender tätigt er viele Ankäufe zeitgenössischer Kunst und Sachzeugen der reichen Zeitzer Kulturgeschichte. Sie bereichern seither als Schenkungen die Sammlungen des Museums. Breiten Raum im Schaffen des Germanisten nimmt das Werk des zu unrecht zu vergessen Dichters Ernst Ortlepp ein. Die von ihm eigens dafür gegründete „Ernst Ortlepp Gesellschaft“ begeht aktuell das 25. Jahr ihres Bestehens. Das Werk Ortlepps wird, auf seine Initiative hin, in der Erst Ortlepp Bibliothek am Museum Schloss Moritzburg bewahrt. Bis heute ist Roland Rittig neben Publikationen zu Ortlepp bundesweit mit Lesungen und Fachtagungen befasst, um dessen umfangreiches Werk dem Vergessen zu entziehen.
2019 zeigte das Museum zum 20-jährigen Jubiläum der Fördergesellschaft unter dem Titel „Was bleibt“ eine Retrospektive zur Arbeit des Vereins. Museumsleiterin Kristin Otto würdigte Roland Rittig damals (wie heute) und dessen „unermüdliches Kämpfen – nicht für sich selbst, sondern für unser Museum – um Anspruch, Qualität und Anerkennung…“. Die Ehrung heute würdigt nun das gesamte Schaffen des inzwischen 81-Jährigen.
Am Ende erlebten die Gäste im Festsaal des Magdeburger Palais am Fürstenwall einen typischen Roland Rittig – unprätentiös mit wohlgesetzten Worten. Nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes sprach Rittig in seinen Dankesworten nicht etwa über sich. Er sprach über jene, die seiner Einladung gefolgt waren, Freunde und Weggefährten. Die Arbeiten des Grafikers und Papierkünstlers Andreas Richter begleiten die Publikationen Rittigs und des Museums bis heute. Mit dem ehemaligen Kulturmanager des Burgenlandkreises Johannes Kunze hob Roland Rittig einst den beliebten Literaturherbst an Saale, Unstrut und der Weißen Elster aus der Taufe. Mit der Museumsleiterin Kristin Otto und ihrem Haus ist Rittig wie oben erwähnt auf mehreren Ebenen verbunden. Den Kunstverein Brandsanierung führt Christina Simon in der Nachbarstadt Weißenfels. Hier ist Roland Rittig Gründungsmitglied, hält Vorträge und arbeitet thematisch mit Schülerinnen und Schülern. Und nicht zuletzt wandte er sich mit einem Dank an seine Frau und die Familie. Sie alle waren heute bei der Ehrung dabei.
Diese hohe Ehrung durch den Bundespräsidenten erhalten nur wenige Menschen. Über so viele Jahre auf diesem Niveau uneigennützig für die heimatliche Gemeinschaft zu arbeiten, das verdient aller höchste Anerkennung. Wir sagen DANKE und gratulieren Roland Rittig herzlich!










