Diese Stadtoper – ein Erlebnis
„Stimmen“ nannten sie die begehbare Stadtoper, die gestern stimmgewaltig durch Zeitz tobte. Die drei Protagonisten Lutz Rainer Müller, Nici Palm und Friedrich Hensen, ein bisschen waren sie wohl selbst überrascht ob der Resonanz für diese außergewöhnlichen Schau gelebter Lebensfreude. Denn nichts anderes hatten sie da „angezettelt“, als sie sich vor einigen Wochen mit dem Reallabor ZEKIWA Zeitz zusammentaten und zum Mitmachen aufriefen.
Und wie sehen die Protagonist:innen das Ereignis danach? Wir veröffentlichen hier mit freundlicher Genehmigung ihre Dankesworte an die Mitwirkenden:
„Liebe Alle,
wir sind überwältigt, erschöpft, überglücklich und haben noch immer Tränen in den Augen. Wir alle haben an diesem Abend so viele Menschen zusammen gebracht, dass uns sogar Nachrichten von begeisterten Menschen erreichen, die nicht mal dabei waren.Wir müssen und wollen einfach nur DANKE sagen für euer Vertrauen, für euren Mut und für eure Geduld, wenn es mal zäh und unüberschaubar wurde und wenn niemand so recht wusste, wohin es führen wird.
Dieser Abend war nicht nur eine kulturelle Musikveranstaltung mit vielen unterschiedlichen Beteiligten, es war eine Demonstration für Gemeinschaft und Vielfalt, für Mut und Beteiligung. Ihr habt unsere Vision mit zu eurer gemacht. Es ist ein neues „WIR“ durch uns alle entstanden. Vielleicht nur für einen Moment, aber es gibt Leute, die sagen, wir haben ein Stück Zeitzer Geschichte geschrieben. Mit dieser Einzigartigkeit und Einmaligkeit und dem besonderen Gefühl so vieler toller Menschen zusammen.“ (…)
„… Wenn ein gemischter Chor aus Menschen besteht, die sich erst kurz vorher kennengelernt haben, wenn Schüler und Freunde von Phil Holstein einfach die Sticks in die Hand nehmen und den Takt angeben und Rémi auf das Schlagzeug eindrischt, während die Motorräder um ihn herum donnern, wenn der Rathausturm anfängt zu qualmen und Nandicos Vogelhorn das Startsignal in die Stadt sendet, wenn die zarten Stimmen des ukrainischen Chors den Altmarkt in eine nicht greifbare, süß melancholische Stimmung tauchen, wenn das Echo des Pulsschlags von Fassaden zurückkommt, wenn Stefan mit seinem Cello die Backsteine des Zekiwa Rohbaus aufweicht, wenn Friedrich in die Tasten der Orgel im Franziskaner Kloster haut, von denen viele nicht mal wussten, dass es sie dort gibt und die Lautsprecher es in die Nacht tragen, die voller Menschen ist, die die Straßen verstopfen, weil sie dabei sein wollen, wenn Kathrins Stimme vom Technikwagen laut ZEITZZZ flüstert, (…)
„… wenn bei Merits Opernstimme sogar die Pflastersteine Gänsehaut bekommen, wenn die alte Feuerwehr melancholisch mit vergangenen Hits zurückschaut in etwas Gewesenes aus Ost und West, wenn Edda, Marion und Volkmar ihre Saxophone plötzlich mit drei Trompeten um die Wette blasen und Nandicos Horn gar nicht mehr aufhört, den Menschen den Weg zu zeigen, wenn der Umzug die Nikolaikirche verstopft und 500 Menschen nicht mehr hineinkommen, wenn ukrainische Seniorinnen zusammen eine Bühne erobern und ein Kirchenschiff zum schwingen bringen, wenn zum Gospelchor Celebrate alle Hände klatschen, wenn ein Chor aus über 30 Schüler:innen des GSG Oberstufe plötzlich um 500 weitere Stimmen ergänzt wird und wir noch immer den Ohrwurm von `Viva la Vida’ nicht loswerden, wenn danach erzählt wird, dass die Menschen im Chor lockerer und wärmer miteinander umgehen seit diesem Projekt, wenn sogar die Augen unserer Kinder leuchten, die sich sonst nicht für das interessieren, was wir machen, dann hat es sich gelohnt… und es hat sich gelohnt. (…)
„(…) Und wir wollen es nicht dabei belassen.
Wir möchten gemeinsam Ideen sammeln, wie wir diesen Moment transformieren können. Es wird ein Film entstehen, den wir zusammen schauen wollen und wir wollen uns vorher schon wiedersehen, um uns auszutauschen. Wie können wir eine Jam Session viel jamiger gestalten und überhaupt, was wollen wir als nächstes planen?Wir machen uns schon Gedanken und sind gespannt auf Eure Ideen.
Fühlt Euch umarmt und geherzt,
Nici, Friedrich, Lutz und das gesamte RZZ Team 🫶🏽“
Was da noch für ZeitzOnline zu sagen bleibt, das sagen wir in Bildern. Nicht ohne ein fettes Dankeschön für dieses wunderschöne Fest der Lebensfreude.





















































