Respekt, wer’s selber macht?

Respekt, wer’s selber macht?

Ein etwas anderer Blick auf Frühjahrsputz und Co.

„Wir wollen doch alle in einer sauberen Stadt leben und Zeitz wieder zum Erblühen bringen – also investiert mal 3 Stunden Zeit und beweist, dass Worten auch Taten folgen. Nicht einfach immer nur meckern, sondern aktiv mithelfen und Zeitz positiv verändern. Da haben alle etwas davon.“

So oder so ähnlich klingen Sie landauf landab, die Aufrufe an den Zeitgeist, wenn Kommunen und andere dazu aufrufen ihre Städte zu verschönern. Schon in den Aufrufen wird suggeriert, jene sollten doch einmal in sich gehen, die gelegentlich nur Mißstände ansprechen, statt sie selbst aus der Welt zu schaffen. Bürgerschaftliches Engagement ist gefragt! Ja inzwischen soll diese neue Form des Public-Private-Partnership zum Lebensgefühl gehören. Sei dabei, entdecke die wohlig-kuschelige Lifestyle-Wärme des gemeinsamen Selbermachens!

Was dabei leicht übersehen wird, dahinter stehen knallharte Interessen. Dass inzwischen auch Gemeinden und Städte dem Trend von Unternehmen folgen, die schon lange auf dem Do-it-yourself-Trip sind hat gute Gründe. Lass die Kunden für dich laufen, das steigert nicht den Umsatz, spart aber Kosten. Für Städte und Gemeinden ist letzteres interessant. Doch wieso heißt das eigentlich Stadtreinigung, was Bürgerinnen und Bürger mit ihren Abgaben mitfinanzieren? Nun nehmen sie nicht nur das Geld, sie nehmen dir auch die Zeit. Die paar Handgriffe des Einzelnen, überschaubar. Doch die vielen Handgriffe der Vielen häuft am Ende eine gigantische Summe Arbeit. Und Geld.

DSC_2120Dabei wird ausgenutzt, woran sich im Lifestyle-Fieber alle längst gewöhnt haben. Ganz in Kellnermanier wird das Mahl vom Tresen zum Tisch getragen und nach dem Essen das Tablett nicht einfach nur in die Ableger geschoben. Nein, zuvor wird noch fein säuberlich der Müll getrennt. „Die Gläser bitte oben auf den Wagen stellen“, „die Pappbecher in die Tonne daneben“. Systemgastronomie, jawohl. Respekt, wer’s selber macht!
In bürgerschaftliche Putzaktionen übersetzt heißt das „Stört dich die Hundescheiße? Räum sie weg!“, „Stört dich das Moos auf der Bank mitten in der Innenstadt? Nimm den Kärcher!“ Den Kärcher und anderes Werkzeug bekommst gestellt. Kostenlos, na klar. Eine Bockwurst und Kaffee gibt es gratis dazu.

Respekt, wer’s selber macht!:

Frühjahrsputz in Zeitz ist am 23. April. Start 9:00 Uhr am Rathaus.

Respekt, wer’s anders sieht.

 

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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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