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Abbestellt. Es hat sich ausgedünkelt.

Abbestellt. Es hat sich ausgedünkelt.

Zum Abpfiff in den Zeitzer Stadtwerken

von Reiner Eckel

Ende eines Spiels, das keines ist. Einstimmig haben die Gesellschafter der Zeitzer Stadtwerke deren Geschäftsführer samt Aufsichtsratschef abberufen. Schriller Abpfiff mit sofortiger Wirkung. Ende der Spielzeit für Andreas Huke und seinen Aufsichtsratschef Dr. Volkmar Kunze.

Ohne die Gründe der Abberufung zu kennen oder sie wissen zu wollen – warum erschreckt mich das nicht? Weil dieser Abpfiff auch einem Rückpfiff gleichkommt. Einen Rückpfiff vom Dünkel. Einem Dünkel, der mich lange Zeit erzürnen, später aber nur noch amüsierten konnte.

Kleinstädtische Realsatire, wenn du an einem Bauzaun am Zeitzer Brühl auf einem Großtransparent liest „Wir bauen für Sie“ und im Porträt nicht etwa der Bauarbeiter oder ein zufriedener Kunde sondern der Geschäftsführer höchstselbst auf dich herunter strahlt. Mit Schutzhelm versteht sich. Nicht das einzige Plakat und nicht der einzige Ort von dem aus in schöner Regelmäßigkeit er nicht milde herunter gelächelt hätte.

In allen nur denkbaren Formaten, zu allen nur denkbaren Gelegenheiten an allen nur denkbaren Orten: ICH, Andreas Huke. Als Kunde der Zeitzer Stadtwerke darf ich doch schon mal die Notwendigkeit einer derartigen PR-Maschinerie hinterfragen. Daseinsvorsorge mal anders. Vom Geld des Kunden. Dünkel, anders kann ich das nicht bezeichnen.

Dazu passt die Tatsache, dass sein Aufsichtsratschef im Amt blieb, obwohl er nach dem Verlust des OB-Mandats funktional keine Verbindung mehr zur Stadt hatte. Was juristisch nicht anfechtbar ist muss längst nicht richtig sein. Was für Menschen mit Anstand kein Problem wäre, für diese Männer ist es eines. Huldigt ihnen niemand, so huldigen sie sich selbst. Das nenne ich Dünkel. Bis zum Abpfiff.

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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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5 Comments

  1. Dieter Napierala

    Die Bilder von Huke, das Ego von Huke – mein Gott wie witzig und doch so belanglos. Das ist wie die Frisur von Merkel und der Bauch von Gabriel, schön einfach und doch ohne jegliche inhaltliche Aussage. Wo bleibt denn da deine Auseinandersetzung mit der Arbeit und den Ergebnissen der Stadtwerke und dessen Ex-Geschäftsführers, die doch normalerweise Voraussetzung für einen solchen Kommentar sein sollte.
    Kann mich nicht erinnern, da von Dir oder irgendeinen anderen, der jetzt so schwer erregten und begeisterten Kommentatoren viel gehört zu haben.

    Nicht das Du mich missverstehst. Die Abberufung des Geschäftsführers wird wohl Gründe haben, die schwerwiegend genug sein sollten, ein solches Vorgehen zu rechtfertigen. Nur sollte man sich dann auch mit den Gründen auseinandersetzen, oder wenn man diese nicht kennt, sich einfach bis dahin zurück halten. Einen Tag nach der Abberufung mit einen auf belanglose Äußerlichkeiten abgestellten Kommentar nachzutreten, halte ich für schwach.

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    1. zeitzonline

      Als Kunde der Stadtwerke hätte ich zu Leistung und Ergebnis der Stadtwerke nichts negativ zu kommentieren. Doch sind es allein deshalb „belanglose Äußerlichkeiten“, wenn der Eine am Stuhl klebt, der andere das mitmacht? Belanglos, wenn der am Stuhl klebt seinen Nachfolger öffentlich beschimpft, er und andere wollten ihn nur dort weg haben? Belanglos, wenn ich als Kunde die Kosten der Selbstinszenierung auf meiner Rechnung habe? Zumindest ist es so viel von Belang, dass der Versuch eines satirischen Blickes möglich sein sollte. Mancher wird es so empfinden, ein anderer wie nachtreten.

      Reply
  2. Dieter Napierala

    Ganz abgesehen davon, dass ich nicht glauben kann, dass der „Fall Kunze“ ausschlaggebend für die Abberufung des Geschäftsführers war, würde mich schon das mit den am Stuhl kleben interessieren.
    Ich bin vielleicht schon zulange aus dem Geschäft, aber vielleicht kannst Du mir ja helfen.
    Wenn nach Wahlen ein Stadtrat, Landtagsabgeordneter oder Bürgermeister abgewählt wurde, bleiben diese doch trotzdem solange in Funktion, bis sich die neuen Gremien konstituiert haben bzw. ihre Arbeit aufgenommen haben, oder täusche ich mich da. Kann man sicher nicht eins zu eins mit einem Aufsichtsrat vergleichen. Eigentlich gehört dies aber doch zu einer vernünftigen Übergabe. Und so wichtig scheint das Thema den anderen Beteiligten ja nicht gewesen zu sein, wenn bisher weder Stadtrat, noch OB noch private Aufsichtsratsmitglieder die Ernennung eines neuen Aufsichtsratsvorsitzenden vorangetrieben hatten. Abgesehen davon würde mich mal interessieren, ob wir hier nur theoretisch und mit moralischer Attitüde diskutieren, oder ob das Ganze irgendwelche praktischen Auswirkungen hatte. Oder konkret gefragt: Haben eigentlich seit der Oberbürgermeisterwahl Aufsichtsratssitzungen stattgefunden und sind Beschlüsse gefasst wurden oder ist es doch nur ein Sturm im Wasserglas?

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    1. zeitzonline

      „Ohne die Gründe der Abberufung zu kennen oder sie wissen zu wollen – warum erschreckt mich das nicht?“ so hatte ich geschrieben. Punktuell ist deine Annahme aber trotzdem nicht richtig. Ein MdL oder Stadtrat bleibt nach Abwahl nicht im Amt bis zur nächsten Konstituierung. Kein Landtag tagt nach der Wahl mit ehemaligen Abgeordneten in einer Übergangszeit. Bei einem Ob ist das anders, klare Fristenregelung. Das alles hat aber nichts mit diesem Aufsichtsrat zu tun. Man kann das auch „den Weg frei machen“ nennen, was hier üblich ist (zunächst einmal unabhängig davon, was gesetzlich gilt). Wenn ich das Mandat nicht mehr habe, aus dem heraus ich für eine Funktion bestimmt bin, dann mache ich den Weg frei. Ich stelle das Amt zur Verfügung, wie es so schön heißt. Oder auch nicht. Das nenne ich dann am Stuhl kleben.

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  3. zeitzonline

    Und übrigens, sollte gerade Dr. Kunze doch wissen, was er tut. Er betreibt ein Kommunalberatungsbüro. Gerade er hätte dieser ganzen Debatte leicht aus dem Weg gehen können.

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