Premiere: Effi Briest

Premiere: Effi Briest

21. April 2018 / 19:30 / Theater im Capitol

Nach Theodor Fontane. In einer Fassung für das Neue Theater Zeitz

Gerade einmal 17 Jahre alt ist Effi, als sie nach einer unbeschwerten Kindheit von ihren Eltern mit dem um mehr als 20 Jahre älteren Baron von Innstetten verheiratet wird. Innstetten, ein steifer und eher gefühlsarmer Mann, hatte einst in seinen jungen Jahren Effis Mutter verehrt. Die Jugendliebe hatte keine Chance – doch die Hand ihrer Tochter schlägt Effis Mutter dem Baron nun nicht aus.

Effi, kindlich, ohne rechte Vorstellung von der Ehe und vor allem, ohne auch nur die geringsten Gefühle für den unsinnlichen Innstetten aufbringen zu können, folgt ihrem Gatten in dessen Provinzstädtchen. Dort oft alleingelassen – Innstetten befindet sich häufig auf Dienstreisen – und darüber hinaus der sie langweilenden Gesellschaften und des tristen Ortes bald überdrüssig, beginnt das junge Mädchen aus hoffnungslosem Übermut eine Affäre mit dem als Frauenheld bekannten Major Crampas.

Jahre später – Effi hat sich längst mit ihrer Ehe arrangiert – erfährt Innstetten von diesem „Fehltritt“. Einem altmodischen Ehrenkodex fast zwanghaft folgend, vermag er nicht, Effi zu verzeihen: Innstetten tötet den verflossenen Liebhaber und verstößt seine junge Frau.

„Die arme Effi“, wie Theodor Fontane liebevoll und treffend seine berühmte Romanfigur nannte, zählt zu den eindrucksvollsten Frauengestalten der deutschen Dichtung. Bis heute hat der Stoff nichts von seiner Aktualität eingebüßt, greift er doch Fragen auf, die uns heute genauso wie damals bewegen: Fragen von Moral und Glück, von Verantwortung und Schuld, von Entscheidungsfreiheit und Erwartungsdruck, von überkommenen Konventionen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Und dass Effis Geschichte tatsächlich bis heute berührt, zeigen immer wieder neue Verfilmungen und Theateradaptionen.

Die Inszenierung ist auch für Schüler geeignet – sprechen Sie uns an, wir setzen gerne auch Vorstellungen für Schulen am Vormittag an!

Text, Foto: Neues Theater Zeitz

Besetzung
Inszenierung: Annekatrin Schuch-Greiff
Ausstattung: Hendrik Kürsten

Effi Briest: Daja Fuhrmann
Geert von Innstetten: André Dyllong
Herr von Briest / Gieshübler: Christian Theodoridis
Dagobert / Major von Crampas: Cyrus Rahbar
Hulda / Roswitha: Theresa Stork
Luise von Briest: Henriette Rossner-Sauerbier

Karten gibt es im Vorverkauf (16,- / 14,- / 12,- €; erm.: 14,- / 12,- / 10,- €)

oder an der Abendkasse (18,- / 16,- / 14,- €; erm.: 16,- / 14,- / 12,- €; Schüler / Studenten: 8,- €).

Das Neue Theater Zeitz zeigt „Effi Briest“ in einer eigenen, sehr entstaubten Fassung, die sich auf die Hauptpersonen aus Fontanes Roman – allen voran Effi, Innstetten und Crampas, aber auch Apotheker Gieshübler, Kindermädchen Roswitha und Effis Eltern – konzentriert. Viel Musik, sowohl klassische als auch moderne, unterstreicht die Handlung, die sich stark an Fontanes Original anlehnt. Doch immer wieder gibt es auch (gewollte) „Aussteiger“ der Darsteller, die das Geschehen auf teils witzige, teils ironische Weise kommentieren. Dadurch gewinnt die Fassung an Schwung, Tempo und Lebendigkeit. Das Publikum erwartet also ein sehr unterhaltsamer Abend, der nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Schüler (ab 14 J.) hervorragend geeignet ist!

Regie führt die gebürtig aus Zeitz stammende Theaterregisseurin Annekatrin Schuch-Greiff, für die Ausstattung ist der Erfurter Bühnenbildner Hendrik Kürsten verantwortlich. Beide haben vor knapp drei Jahren schon gemeinsam Kafkas „Prozess“ mit immensem Erfolg auf die Zeitzer Bühne gebracht. Es darf – soweit es der jetzige Probenstand erlaubt zu beurteilen – erwartet werden, dass ihnen mit „Effi“ wieder ein solcher Publikumsrenner gelingt!

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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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