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Zeitz, ein Wintermärchen?

Zeitz, ein Wintermärchen?

Ein Interview mit Hans-Joachim Richter

ZeitzOnline: Herr Richter, wenn ich recht informiert bin, gestalteten Sie bereits 1967 einen eigenen Teil (über die unterirdischen Gänge) im Rahmen der 1000 Jahre Zeitz-Ausstellung des Museums Schloss Moritzburg. Wie Sie sagen mussten Sie seit dem den Abbruch von weit über 100 Hausdenkmälern miterleben und können es nicht verstehen, warum die Aushöhlung der Zeitzer Identität nicht gestoppt wird. In der 2. Auflage Ihrer Publikation 2017: „Passion Zeitz – Arthur Jubelt – Vision und Wirklichkeit“ gehen Sie deshalb kritisch auf diese Fragen der Verantwortung und Pflege unseres bauhistorischen Erbes ein, berühren auch Brühl 5, dessen Abriss im vorigen Monat für Schlagzeilen sorgte.
Ich danke Ihnen, dass Sie mir einige Fragen zu Zeitz und seinen Denkmalen beantworten wollen.

ZeitzOnline: Wie berührt Sie der plötzliche Abbruch von Brühl 5?

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Sehr, wobei ich mit dem barbarischen Ergebnis so schnell nicht rechnete. Seit Langem lag es in der Luft. Nach 60 Jahren selbst erlebtem „Zeitzer Denkmalschutz“ weiß man, wie die Uhren ticken und auch, dass die Stadt am Ende jedes ihrer Heimspiele gewinnt. Mit dem klar begründeten Urteil des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) – „Im Namen des Volkes“ – 2016 im Rücken, muss der blitzhaft-tödliche Zugriff auf ein als hochrangig anerkanntes Denkmal erschrecken. Zeitz wurde von den höheren Instanzen einmal mehr unterschätzt.
Natürlich bin ich deprimiert, wie alle an der Zeitzer Geschichte Interessierten. Immerhin kenne ich Brühl 5 seit meiner Jugend. Bis zuletzt hofften sie alle auf ein Umdenken, obwohl zehn Jahre Verweigerung des verpflichtenden Denkmal-Schutzes und seit dem Gerichturteil, das zur Erhaltung zwang, nochmals eineinhalb Jahre Untätigkeit gegenüber dem sichtbar geschädigten Denkmal ließ an der harten Haltung der Stadt wenig Zweifel aufkommen.
Das repräsentativste Denkmalensemble (16.-18. Jh.), ausgerechnet in der Wiege unserer 1050 Jahre alten Stadt, wurde zerstört.

Hans-Joachim Richter

Heimatfreund, Autor

ZeitzOnline: Wie konnte der Abbruch des Denkmals trotz eines zur Erhaltung des dem Brühl zugewandten Teils verpflichtenden Gerichts-Urteils aus Ihrer Sicht geschehen?

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Das wissen allein die Betreiber des Unheils, die zuständige Stadtbehörde. Wo ein Wille ist, … Aber diesen Weg wollte sie m. E. seit Erwerb des Denkmals 2006 partout nicht suchen, folglich auch nicht finden. Elementare Hilfe wurde dem Denkmal verweigert.
In meinem Leserbrief (MZ vom 8. Dezember 2016: „Gericht zieht Reißleine“, bemerkte ich: „Das wohltuende Urteil würde seine Wirkung als Weckruf sicher verfehlen, würden die Zeitzer zurückgelehnt auf freudige Aktivitäten der Stadt hoffen. Denn die Zeit arbeitet weiter gegen das Denkmal, unaufhaltsam und potentiell“. Der Ausgang ist bekannt. Ein Dilemma, das meine Auffassung erhärtet, dass sich in Zeitz der Terminus Denkmalschutz/- Pflege verbietet. Die Stadt will „diese alten Buden“ einfach nicht und entzieht sich seit der Wende, ihrer Verantwortung für ihr bauhistorisches Erbe. Da sie nicht konstruktiv zukunftsorientiert mit diesem Thema umgeht und den Tatsachen ausweicht, wird das Siechtum unserer Stadt immer kroteskere Formen annehmen. Die Warteliste der nach der Wende leer gelenkten, nun unbewohnten, ungeschützten älteren Denkmale (16.-19. Jh.), die ich vor Allem im Auge habe, ist lang. Wir sind noch nicht am Ende, allenfalls an dessen Anfang und werden das Zauberwort „Gefahrenabwehr“ noch oft vernehmen müssen.
Gegenüber von Brühl 5 offenbart der weise Spruch Richard von Weizsäckers an einer Litfaßsäule die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität in Zeitz:
„Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“

Hans-Joachim Richter

ZeitzOnline: Worin sehen Sie die besondere Bedeutung dieses Hausdenkmals Brühl 5?

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Im Gutachten zum Urteil des OVG stellt ein renommierter Gutachter fest: „An dem Erhalt des Vorderhauses besteht aufgrund seiner besonderen kulturell – künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung ein öffentliches Interesse“. Es sei sanierungsfähig. Auf Grund der inzwischen eingetretenen Seltenheitswertes frühneuzeitlicher Bebauung in diesem Teil der Altstadt sei „der stadtbaugeschichtliche und städtebauliche Wert extrem hoch, insbesondere im Zusammenwirken mit den Nachbarhäusern Nr. 3 und 4.

Damit war alles gesagt. Trotzdem musste das Haus sterben. Zeitz überschritt nach Abbruch des Herrenhauses Stephanstraße 31 (2012) eine weitere rote Linie.

Es würde den Rahmen sprengen, wollte ich die Vorzüge von Brühl 5, das mit Weinlaub behangen vielen Zeitzern in Erinnerung ist, im Einzelnen ausbreiten. Das freundlich gelbe 1781 umgestaltete Haus (L. Scherf) mit dem kraftvoll behäbigen grünen Portal aus der Entstehungszeit 1654 (L. Scherf), das in einen riesigen Hof mit stattlichem Fachwerkbau und Brunnen führte, wird dem Erscheinungsbild des Brühls wohl am meisten fehlen. Ungeahnte Möglichkeiten für junge Leute, die sich dort hätten ansiedeln lassen. Auch im Inneren wären ursprüngliche Raumstrukturen mit großem Vorsaal und frühklassizistischen Holzgeländern wieder möglich gewesen.

Lassen Sie mich ein paar ergreifende Ausführungen Arthur Jubelts anfügen, die er als „Wintermärchen …“ in einer seiner Bildbeilagen nach dem Abbruch der umkämpften Brüderstraße 13 machte („Passion Zeitz“, 2. Aufl., S. 338, Anm. 627) und die für den Vorgang um Brühl 5, vom Wesen her auf den Punkt passen:

„Nun ist es verschwunden, das in seiner Eigenart so seltene alte Haus mit all‘ seinen Kostbarkeiten, Fenstern, Decken und Treppen. Und die Menschen, die nicht wissen, welchen Schatz sie in den alten Bauten ihrer Stadt besitzen, und es nicht verstehen wollen, ihr kostbares Erbe, die altertümliche Eigenart ihrer Stadt, zu wahren, haben den Sieg davongetragen wie der Rost und die Motte, die sich ihres Sieges über den vernachlässigten Stahl und das achtlos aufbewahrte Gewebe freuen. Doch es nahm die Liebe so mancher Bürger mit in sein Grab, das älteste und in seiner Baugestaltung reizvollste Bürgerhaus einer uralten Stadt, und wird bei ihnen unvergessen sein wie die Namen derer, die seinen Untergang herbeiführten. Und wenn es inzwischen nicht verschwunden wäre, dann stände es heute noch und träumte, gleich seinen jüngeren Artgenossen am Markte weiter einer schönen Zukunft entgegen.“

Die Stadt hätte sich mit einer Brühl 5-Sanierung zu ihrem 1050. Geburtstag das beste Geschenk machen können, das sich vorstellen lässt. Ich bin mir sicher, Zeitz hätte sich für dieses überfällige Zeichen guten Willens vor Geldspenden nicht retten können. Vermutlich wäre auch in Anerkennung des Aufbauwillens das Urteil über den nicht glücklich wirkenden, neu gepflasterten und gestalteten Brühl, einem Produkt aus Unbedarftheit und Unbeholfenheit, allgemein milder ausgefallen.

Hans-Joachim Richter

ZeitzOnline: Was macht Ihrer Meinung nach die Stadt in Fragen der Denkmalmalpflege falsch?

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Zunächst bitte ich, nicht von Pflege zu reden. Eher von Nichtpflege. Denn eine Pflege schließt das rechtzeitige fürsorgliche Bemühen um den Erhalt wichtiger Teile des heimatlichen Erbes, eben der Denkmale, ein. In Zeitz aber fehlt es an elementarem Verfallsschutz bei vielen Denkmälern, selbst prioritären Charakters. Der Grund: sie werden von der Stadt nicht als Segen, Verpflichtung und Chance, sondern als hinderliche Bürde begriffen, die seit der Wende nicht nur im Falle Rahnestraße zur Bedrohung heranwächst.

Eigentum verpflichtet. Die Stadt spielt in diesem Punkt eine denkbar schlechte Vorbildrolle. Bis zu einem Umdenken obliegt es ihr m. E. nicht, einen ihr hinderlichen Investor in der Begründung des Gerichtsurteils als „aktiven Grundstücksspekulant“ zu deklarieren. Immerhin würde mit ihm Brühl 5 noch stehen, wie die ihm gehörenden nachbarlichen Haus-Denkmale Nr. 4 und 3.
Bei Brühl 5 und seinem fatalen Ende drängte sich mir spontan der Vergleich mit einem emotional geführten Kampf um Brüderstraße 13 auf, den A. Jubelt 1940 unter ähnlichen Umständen verlieren musste. Er offenbart die erstarrte Situation in Zeitz seit 78 Jahren, bzw. seine bis heute unversehrte Aktualität.

Der Provinzialkonservator, Prof. H. Giesau, schreibt am 28. Februar 1940 an den enttäuschten A. Jubelt, als sei es gestern gewesen: „Ihre stolzen und leider so wahren Ausführungen dürften in der Tat den Kern der Dinge treffen. Es ist also leider richtig, was Sie sagen, dass es wesentlich die Schuld der verantwortlichen Männer gewesen ist, wenn es nie hat gelingen wollen, in Zeitz eine planvolle kulturelle Arbeit auf diesem Gebiet durchzuführen. Auf das Planvolle kommt es an. Solange man Dinge nur auf sich zukommen lässt, dann ist es natürlich zu verstehen, wenn man immer wieder vor Bruchbuden steht. Alle diese Dinge müssen rechtzeitig überlegt werden und gehören in das besondere Arbeitsgebiet des verantwortlichen Baubeamten von der Stadt. Es gibt wohl kaum eine lohnendere und schönere Arbeit als die planvolle Gestaltung einer alten Stadt. Allerdings darf nun nicht bloß die Alternative alt und neu bestehen. Das gute Alte kann das Gesetz für schönes Neues geben und das Neue braucht durchaus nicht das Alte als Hindernis für sich anzusehen. Aus dem lebendigen Gefühl für beides erwächst die richtige Gestaltung des Neuen. Aber Sie haben trotzdem Recht, dass Zeitz ein Sonderfall ist. Weshalb soll man nicht offen bekennen, dass es einem nie Freude gemacht hat, in Zeitz zu arbeiten.“ (Zitat aus „Passion Zeitz ….“) Mit den Ansprüchen Giesaus würde Zeitz heute anders aussehen.

Zeitz scheint mit sich überfordert zu sein, die Wende nur partiell angekommen Ich erkenne in dieser Stadt keine Vision. Was und wohin will sie? Herr Eckel, wissen Sie es
Es ist an der Zeit, Zeitz wieder auf die Beine zu stellen!

Hans-Joachim Richter

ZeitzOnline: Da Sie mich so direkt fragen – nein, was und wohin Zeitz will, wüsste ich auch gern. Deshalb schieben wir jetzt eine überfällige öffentliche Debatte an. Da geht es zunächst am Montag um wichtige Fragen rund um Stadtmarketing.
Herr Richter, was fällt Ihnen zur momentan heftig diskutierten Rahnestraße ein?

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Viel und nichts zugleich. Mit Letzterem meine ich die Stadt, der ich eine engagierte, geschickte und niveauvolle Zerschlagung des Teufelskreises Rahnestraße nicht zutraue. Trotzdem muss die Stadt handeln, nicht zuletzt im Interesse des Tourismus, endlich ein Lebenszeichen zu setzen.

Die vielleicht letzte Chance, vergebene Zeit wieder gut zu machen und mit dem zum Tag der Heimatgeschichte 2007 vorgeschlagenen Barockweg, vielleicht mit Rahnestraße 7 beginnend, in der der ehm. OBM Dr. Kunze das Stadtarchiv ansiedeln wollte, einen glaubhaften Neuanfang zu demonstrieren. Stück für Stück – Denkmal für Denkmal – sichern und je nach Vermögen sanieren. Genau anders herum, als bisher. D.h.: Zukunftsträchtige Denkmale nicht mehr zur Ruine verkommen lassen und abreißen, sondern für die Zeitzer Zukunft, unsere Kinder und Enkel, fit machen. Das könnte die Stadt leisten. Nur sollte es losgehen mit einem ermutigenden Anfang. Es ist Zeitz.

Hans-Joachim Richter

ZeitzOnline: Was halten Sie, das hier besprochene Thema betreffend, von einer besseren Öffentlichkeitsarbeit?

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Seit der Liquidierung der Sanierungszeitung (SaZZ) 2005 erfährt die Bevölkerung wenig Konkretes über den strategischen Umgang mit der Altstadt, allenfalls etwas über die Presse, meist, wenn alles zu spät ist. Ich würde mehr Offenheit/Transparenz und daraus erwachsende Ideen und praktische Beteiligung der Bürger sehr begrüßen. Es fehlen Pläne zum Anfassen und Verstehen für Jedermann.

Im nahen Pegau gibt es eine „Stadtsanierungs- und Stadtumbaubroschüre – 24 Jahre Stadtsanierung Altstadt – 14 Jahre Stadtumbaugebiet Pegau“, 48 Seiten. Wie wäre es in Zeitz mit so etwas? Auch die Zeitzer möchten informiert und motiviert sein, teilhaben am Geschehen, mitgestalten und mitbestimmen, sicher auch kontrollieren und kritische Fragen beantwortet sehen.

Vielleicht käme dann auch Brauchbares ins Zeitzer Spiel von den „Wir sind Zeitz“ und anderen organisierten „Wohlfühl-Zeitzern“. Es reicht nicht, Zeitz nur gut zu finden.

Hans-Joachim Richter

ZeitzOnline: Einspruch zur letzen Bemerkung! Es muss ja und kann auch nicht jeder ein Denkmal retten. Ich finde gut, wenn Zeitzerinnen und Zeitzer der geschätzten Weltöffentlichkeit erzählen, was und weshalb sie sich hier wohl fühlen. Das ist ja unser Antrieb für dieses Mag‘ hier. Selbstredend gehört dazu auch Kritik, wie etwa dieses Gespräch mit Ihnen.
Also, was meinen Sie, ist Zeitz noch zu retten?

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Diese bange Frage stelle ich mir immer häufiger.
Natürlich kommt es darauf an, was der einzelne unter Zeitz versteht. Die Jugend wächst ja nur noch mit dessen Resten auf und findet sie naturgemäß immer noch schön genug. Ist eben ihre Heimat. Sie weiß aber nicht, von welchem Zeitz ich rede und von meinen Vorstellungen, wäre es in den letzten 60 Jahren halbwegs sinnvoll zugegangen.

Trotz der Fehlgriffe der Stadt im Umgang mit ihren touristischen Potentialen, halte ich es noch für zu früh, zu spät zu sagen, wie die Kennerin der Zeitzer Verhältnisse, A. Andräs, in der MZ am 5. Februar 2018 ihrer Resignation Ausdruck verleiht. Immerhin besitzt die Stadt noch einige Trümpfe. Selbst wenn ich befürchte, dass sie Recht behalten wird, gönne ich mir einen Rest Hoffnung nach Philipp Baumgarten (OpenSpace, Zeitz, Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa): dass „in jedem Schandfleck Potential steckt“ und erhalte mir die kleine Vorfreude auf eine belebte, kunstvoll gestaltete Zeitzer Altstadtruinenlandschaft.

Hans-Joachim Richter

ZeitzOnline: Danke für die offenen Worte.

Das Gespräch führte unser Redakteur Reiner Eckel.

Fotos: Hans-Joachim Richter

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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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3 Comments

  1. Henriette Schmidt

    Lieber Herr Richter,
    vielen Dank für die Dokumentation zum Abriss dieses hochrangigen Denkmals. Nun ist dort Platz geworden für den Bau profitabler Wohnblocks. Zeitz ist die einzige Luther-Stadt, die denkmalgeschützte Gebäude aus der Reformationszeit verfallen lässt oder abreißt und Millionenbeträge in gesichtslose Neubauwohnungen steckt. Und das, obwohl hunderte sanierte Wohnungen leer stehen. Bitte setzten Sie Ihre Dokumentation fort, denn der Abriss weiterer denkmalgeschützter Gebäude steht bevor. Es ist beruhigend zu sehen, dass wenigstens einige Zeitzer ihre Stimme dagegen erheben. Viele Menschen bleiben stumm und überlassen den Zeitzer Schönrednern das Feld. In Zeitz wird wie zu DDR-Zeit wortlos mit den Füßen abgestimmt: man macht sich davon.

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  2. Hans H. Bernstein

    Guten Tag Herr Eckel,
    mit Interesse habe ich Ihr Interview mit Hans-Joachim Richter gelesen. Und mit steigenden Unwillen und Enttäuschung. Ich bin zu DDR-Zeiten mehrmals in meiner Heimatstadt gewesen, habe von Mal zu Mal den Verfall gesehen. Wie hoffnungsvoll war ich nach dem Besuch der Landesausstellung. Es schien, die Stadt habe die Kurve gekriegt. Und jetzt ?
    Ich kann Herrn Richter nur zustimmen. Es ist unglaublich, wie die Stadt mit ihrem Erbe umgeht. Ich frage mich auch, wie die anderen Städte der ehem. DDR es hinbekommen, strahlend dazustehen.
    Jedenfalls: ich hoffe, Ihre Anstrengungen haben ein Resultat und die Verantwortlichen lesen Ihr Interview.

    Mit bestem Gruss
    Bernstein

    Hans H. Bernstein
    Maalbeekstraat 8
    B-1950 Kraainem
    Belgien

    Reply
  3. Günter Eckel

    Sehr geehrter Herr Richter, hallo Reiner, Bruderherz,
    Zeitz würde ich wohl kaum kennengelernt haben, wärest Du, Bruderherz, nicht in Jugendjahren aus unserer Heimatstadt Köthen mit deiner Frau dorthin „ausgewandert“, um der Wohnungsnot im damals ebenso gebeutelten Köthen zu entgehen, so wie ich auswanderte ein mit „Arbeiterregalen“ aufgeblasenes Dorf mitten in der Chemie: Nach Wolfen. Freut mich sehr, dass Du Dich derart engagiert für Zeitz ins Zeug legst – und Verbündete dafür finden kannst! Auch Köthen ist eine „Tausendjährige“. Und wehe, wenn die DDR-Entscheider noch ein paar Jahre das Sagen gehabt hätten! Der Abriss des Altstadtkerns war wohl beschlossene Sache. Und viele Bürger legten sich damals ernshaft mit Ihrem vehementen Widerspruch mit den Mächtigen an – das waren zu dieser Zeit nicht irgendwelche Kommunalpolitiker, sondern die Sortierer der stets zu beobachtenden Sozialismuserbauer, nämlich in die Kategorien „Staatsfeind“ oder vielleicht doch noch nicht, wie wir uns noch erinnern (sollten!)!
    Es hat mich schon erschreckt, dass die Komunalpolitik heute einen solchen Spielraum hat, ohne sich strafbar zu machen! Ist es denn der Landes- und Bundesgesetzgebung nicht Anliegen genug, durch grundsätzliche Vorgaben den Erhalt solcher Städtebausubstanzen, die NICHT den Bomben zum Opfer fielen, zu sichern, statt sie dem Zugriff zumindest unwilliger wenn nicht außerdem unfähiger Komunalpolitiker zu überlassen? In Köthen hat man mehr Geschick und Lokalpatriotismus an den Tag gelegt! Dass viele Menschen, vor allem junge, der Stadt dennoch den Rücken kehren hat ganz andere Gründe. Schade finde ich es trotzem. Vielleicht ist es dort umkehrbar mit den Jahren. Eine sichtbar vernachlässigte Stadt sollte das eher nicht erwarten!
    Günter Eckel
    Carl-von-Ossietzky-Str. 18
    06766 Bitterfeld-Wolfen

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