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Mit Kanonendonner und blutigen Schlachten Geschichte anfassbar machen? Nichts für ZeitzOnline.

Es  war mir schon immer suspekt, was alljährlich mancherorts scheinbar bei Vielen den Abenteuerinstinkt anstachelt. Menschen laufen in historischen Kostümen zu Hunderten auf, um sich gegenseitig mit Kanonen, Gewehren und Säbeln zu beharken. Sie stellen Schlachten nach und nennen das Geschichte zum Anfassen. Nun wird diese Mode ein Jahr vor dem 200-jährigen Jubiläum der Völkerschlacht auch Zeitz ereilen.

Irgendwann im Oktober soll sich Kloster Posa in ein Zeltlager kampfeslustiger Gesellen verwandeln. Etwa 150 Menschen machen mit, um den Kampf um Posa im Mai 199 Jahren darzustellen. Freiwillig werden sie ihre Tornister und Kostüme aus den Plastikkisten ihrer Autos packen, Ihre Gewehre vor den Zelten zusammen stellen, über die Formation zur Schlacht am nächsten Tag sprechen oder den Sieg von heute feiern.  Abends wird man wohl aus allen Lagern und 150 Kehlen feuchtfröhliche Gesänge hören. Vereinsleben halt.

Das war vor 199 Jahren anders und das ist in jedem Krieg bis heute anders. Wenn 150 Männer morgens ins Gefecht zogen, wie viele kamen zum Abend in ihr Zelt zurück, wie viele konnten oder wollten noch singen, wie viele mussten um Arme und Beine weinen und vor Schmerzen schreien?

Vielleicht sind solche Ereignisse heute für schiess- und knallduselige Männerherzen eine Art Befriedigung, eines sind sie ganz sicher nicht, Geschichte zum Anfassen.

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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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