Februar 24, 2024

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Klimamanagement mit „Enkeltauglichkeit“

Klimamanagement mit „Enkeltauglichkeit“

Was Thomas Haberkorn als Klimamanager vor hat

In Zeitz kennt man ihn aus vielen Zusammenhängen. Mitbegründer der Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa, Akteur in der Alten Stadtbibliothek und inzwischen deren Miteigentümer, Bürgerfeste im Goethepark, um nur einige zu nennen.

Seit dem 1. Januar ist Thomas Haberkorn nun Klimamanager der Stadt Zeitz, eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Stelle. Eine solche Stelle zu installieren liegt nahe. Denn in Sachen Klimaschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe liegt in den Städten und Gemeinden ein beträchtliches Potenzial. Auch in der Stadt an der Weißen Elster. Bestätigt wird das in einer Studie aus dem Projekt ZeNaTra, welche Claudia Siebeck als Nachhaltigkeitsmanagerin vorlegte. Hitzeinseln in der Stadt und Niederschlagsentwicklung etwa, die hochgerechnet auf Zukunftstrends deutlich machen, wie sehr uns künftig Klimaschutz noch beschäftigen wird. Eine gute Zeit, sich dem zu stellen. Nur wie? Darüber gibt Thomas Haberkorn als frischgebackener Klimamanager Auskunft in einem Gespräch mit der Pressestelle der Stadt Zeitz.

Was hat Sie dazu bewogen, Klimaschutzmanager der Stadt Zeitz zu werden?

"Das Beste an meinem Beruf ist die Aussicht, Teil der Lösung zu sein und die Arbeit als Klimaschutzmanager bietet mir die Möglichkeit, einen nachhaltigen Beitrag in diesem Bereich zu leisten. Die heutigen Herausforderungen sind groß und die Chance, mich in Zeitz für positive Veränderungen einzusetzen und unsere Stadt bezüglich Klimaschutz und Klimawandel weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu gestalten, ist für mich äußerst motivierend. Der Gedanke, aktiv zur Schaffung einer lebens- und liebenswerten Umwelt beizutragen, die auch für kommende Generationen erhalten bleibt, fasziniert mich besonders. Die Idee der Enkeltauglichkeit, also die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen, treibt mich an, einen positiven Einfluss auf die ökologische Transformation unserer Stadt auszuüben. Es ist mir wichtig, nicht nur kurzfristige Lösungen zu implementieren, sondern langfristig nachhaltige Maßnahmen zu etablieren, die einen echten Wandel bewirken und eine lebenswerte Zukunft für unsere Nachkommen sichern.

THOMAS HABERKORN

Klimamanager

Welche Projekte und Aufgaben gehen Sie jetzt an?

"

Klimaschutz ist nicht nur eine Querschnittsaufgabe, sondern vor allem Teamwork – durch alle Instanzen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Verwaltung. Aktuell konzentriere ich mich auf eine Vielzahl von Projekten im Rahmen der Querschnittsaufgabe Klimaschutz, die sämtliche Facetten des kommunalen Handelns berühren. Das Ziel ist einerseits die Etablierung des Klimaschutzmanagements innerhalb der Stadtverwaltung Zeitz und andererseits die Erstellung eines umfassenden Klimaschutzkonzepts, das als Leitfaden für zukünftiges Handeln dient.

Als erstes erfolgt eine gründliche Bestandsanalyse in den kommunalen Handlungsfeldern, einschließlich der Erstellung einer kommunalen Treibhausgasbilanzierung. Daraus resultierend werden anschließend Szenarien und Potenziale für die Stadt Zeitz abgeleitet und priorisiert. Ein detaillierter Maßnahmenkatalog ist ebenfalls Bestandteil.

Die erste Phase gestaltet sich dabei weniger umsetzungsfreudig, da sie primär als Konzeptphase verstanden werden muss. Die eigentliche Umsetzung und der Start der relevanten Maßnahmen entfaltet sich erst in einem möglichen Anschlussvorhaben, um das Klimaschutzmanagement in der kommunalen Verwaltung zu etablieren. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die Unterstützung und das Engagement aller Beteiligten Institutionen, Verbände, Vereine und der Bürgerinnen und Bürger, um die Vision eines nachhaltigen und klimafreundlichen Stadtkonzepts Schritt für Schritt in die Realität umzusetzen.

THOMAS HABERKORN

Klimamanager

Wie ist es aus Ihrer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt um den Klimaschutz in Zeitz und unserer Region bestellt?

"Ich sag es mal mit den Worten Barack Obama´s: „Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels spürt, und die letzte Generation, die noch etwas daran ändern kann.“ In meinen Augen haben wir noch sehr viel zu tun, denn die sozial-ökologische Transformation steckt lokal betrachtet noch ziemlich in den Kinderschuhen. Aber es ist machbar und vor allem möglich – sofern der Wille dazu da ist. Wir haben unheimlich viel Potenzial in unserer Region und bereits heute viele Unternehmen, Institutionen und Menschen, die sich jeden Tag aktiv im Bereich Klimaschutz engagieren. Letztlich sollte jeder seinen Teil dazu beitragen, denn jeder Beitrag zählt – egal wie klein oder groß er im ersten Moment erscheinen mag. Es ist wichtig, denn nachhaltiger Klimaschutz kann nur gemeinsam gelingen.

THOMAS HABERKORN

Klimamanager

Was muss getan werden, so dass wir die Klimaschutzziele erreichen?

"

Es wäre wünschenswert, wenn wir den eingeschlagenen Pfad, die Ablösung von fossilen Brennstoffen durch sauberere Alternativen der erneuerbaren Energien, zügig und strukturiert weiterverfolgen.  Der Ausbau und Einsatz sollte kontinuierlich und mit weniger, gesetzlichen Hürden umgesetzt werden.  Auch die Förderung und Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger über umweltfreundliche Praktiken und ihre Auswirkungen wie Energieeinsparung, Müllreduzierung, nachhaltige Mobilität und die Etablierung regionaler Produkte, besonders im Bereich der Lebensmittelproduktion haben in Bezug auf den allgemeinen Ressourcenverbrauch eine wichtige Hebelwirkung.  Wir als Stadt nehmen da ebenfalls eine wesentliche Vorbildrolle ein.

Persönlich wünsche ich mir ein stärkeres Bewusstsein dafür, dass wir alle nachhaltiger wirtschaften und leben sollten. Dies erfordert möglicherweise, mit alten Gewohnheiten auch einfach mal zu brechen, offen für Veränderungen zu sein und neugierig zu bleiben. Aktiver Klimaschutz ist vor allem auch eine große Chance, die durchaus Freude und Neues hervorbringen kann, obendrein auch den Geldbeutel entlastet und bspw. im Bereich Lokale Wirtschaftskreisläufe, Unabhängigkeit bringen kann.

THOMAS HABERKORN

Klimamanager

Wie wollen Sie die Bürgerinnen und Bürger für die angedachten Projekte begeistern und einbinden?

"Um die lokale Gemeinschaft einzubeziehen liegt ein wichtiger Fokus auf der Vernetzung lokaler Akteure, um gemeinsam effektive Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Die Bürgerbeteiligung spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie nicht nur Transparenz schafft, sondern auch das Bewusstsein für Klimaschutzthemen stärkt. In diesem Zusammenhang wird es verschiedene Aktivitäten, Informations- und Beteiligungsmaßnahmen geben. Engagement wird auf jeden Fall gefragt sein und ich freue mich bereits jetzt auf einen konstruktiven Austausch und viele gute Ideen.

THOMAS HABERKORN

Klimamanager

ZeitzOnline wünscht viel Erfolg, bleibt am Thema dran und wird hin und wieder über die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Stadt berichten.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Zeitz / Fotos: Reiner Eckel

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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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