Bundesbeauftragter Weimer und Landesminister Robra in der Elsterstadt
Das gibt es auch nicht alle Tage, dass zwei hochrangige Politiker im Doppelpack zwei Orte in Zeitz besuchen. Heute kamen der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien Wolfram Weimer und Sachsen-Anhalt Kultusminister Rainer Robra an die Elster.
Vor der Michaeliskirche legten Sie zu Ehren des Pfarrers Oskar Brüsewitz an der Gedenksäule Kränze nieder, der sich aus Protest gegen die Politik des SED-Regimes 1976 hier selbst anzündete. Bevor es nach kurzer Andacht zum Reallabor ZEKIWA ging, hatten die Freunde der Rühlmannorgel noch ein Anliegen. Regionalbischof Johann Schneider lud deshalb die beiden Politiker in die Michaeliskirche. Die Rühlmannorgel braucht dringend eine Rundumerneuerung. Dafür bedarf es neben Spenden auch Fördermittel. Wo es diesbezüglich gerade etwas hakt, sagte Wolfram Weimer zu, sich zu kümmern.
Für den Weg zum Reallabor wählten die Gäste den Fußweg. Die schöne Turmstraße hinunter, gute Gelegenheit für Reiner Eckel, Fragen zur Elsterstadt zu beantworten, über die Stadt und ihre Menschen zu sprechen, sowie selbst ein Anliegen vorzutragen.
Im Reallabor ZEKIWA standen dann Status quo und Zielstellungen der Projektaktivitäten im Zentrum des Interesses. Welcher Ort eignete sich für die erste Begegnung besser als der Raum der Möglichkeiten mit seinen Ausstellungen. „Bei den Projekten des Neuen Europäischen Bauhauses (NEB) ist uns besonders die Stadt Zeitz wichtig“, merkte Staatsminister Rainer Robra an.
Nach dem Raum der Möglichkeiten ging es hoch hinauf bis unter das Dach des Gebäudes 42, dem ehemaligen ZEKIWA-Verwaltungsgebäude. Der imposante mehrgeschossige Bau wird derzeit nutzungsoffen beplant. Allerdings gibt es drinnen einige Aktivitäten, die sich zum Beispiel damit befassen, wie vorgefundene Materialien wieder oder anders und neu nachgenutzt werden können – alte Fliesenreste etwa. Die obere Etage wurde inzwischen regendicht versiegelt, um eindringende Nässe zu verhindern. Darüber wird ein Energiedach gebaut werden, dessen Energie in einem neu zu errichtenden Trakt gespeichert werden soll. Während Staatsminister Rainer Robra Kraft seines Amtes näher an den NEB-Projekten in Sachsen-Anhalt dran ist, entspann sich entlang der Nachfragen von Wolfram Weimer eine angeregte Diskussion. Die auch nach dem Besuch noch anhielt.
Was bleibt eigentlich nach Besuchen von Politikern, wird jetzt wieder gefragt werden. Muss denn immer viel bleiben? Manchmal kann auch schon genügen, wenn du das Gefühl hast, sie haben verstanden, wo in deiner Stadt die Probleme liegen. Gib ihnen mit, was die Menschen umtreibt, auch weshalb sie womöglich gerade hier rechts wählen. Gutes tun und darüber sprechen ist übrigens auch nicht falsch.
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