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Keine Panik im Olymp

Keine Panik im Olymp

Eine alte Bibliothek und zwei Männer blicken in die Zukunft

Ein Zeitzer und Leipziger sind die neuen Eigentümer der Alten Bibliothek  in der Rahnestraße. Etwas über Mut und Zuversicht.

„Panik im Olymp“ hieß 2019 eine Lesung von Roland Rittig über zensierte Kunst in der DDR. Die Lesung begleitete die Ausstellung „Rundgang19“ in der alten Stadtbibliothek in der Rahnestraße 20. Was haben wir doch schon alles erlebt in diesem unter „Kunsthaus Zeitz“ bekannten Gebäude. Unzählige Gesprächsrunden über Kunst und Kultur, Gott und die Welt, Ausstellungen, Ateliergespräche, Swing und Jazz, wichtige und weniger wichtige Begegnungen, ein Pop up Restaurant, studentische Visionen. Die alte Stadtbibliothek, ich will sie mal als Olymp bezeichnen. Ein Olymp der Subkultur in der Elsterstadt.

Keine Panik im Olymp herrscht derzeit an diesem zauberhaften Ort. Jedenfalls nicht bei Thomas Haberkorn und Ralf Wagener. Eher Aufbruchstimmung, nebst einer mit gelassener Zuversicht und gesundem Respekt gespickten freudigen Erwartung, als mir die beiden Herren im Hof der alten BiBo gegenüber sitzen. Denn die beiden haben dieses Haus gekauft. Als Haberkorn & Wagener R20 GbR wollen sie das Haus als Ort für MacherInnen in Sachen Kunst und Kultur, als Kommunikationsraum und einen Treffpunkt für die Stadtgesellschaft erhalten und weiterentwickeln.


Das stand auf lange Sicht durchaus in Frage. Denn warum sollte ein Eigentümer vom Main ohne weiteres Vermarktungsinteresse an der Weißen Elster dringend notwendige Investitionen vornehmen? Rückblickend kann zwar konstatiert werden, dass er dankenwerter Weise vieles zuließ, doch auf lange Sicht stünde bei einem Weiterso die Nutzung der Bibliothek doch eher zur Disposition. Das jedoch wollte das neue Eigentümergespann so nicht geschehen lassen. Und übernahm mit dem Kauf Verantwortung.

Es ist ein gutes Gespann für diesen „Olymp“. Haberkorn kennt die Szene und Wagener kennt sich mit Immobilien aus. Der Leipziger saniert gerade ein Haus in der Scharrenstraße und kennt die Stadt inzwischen gut. Was beide wissen ist, sie brauchen einen langen Atem, Unterstützer und, ja, natürlich auch Geld. Wir blicken aus dem Hof zu den Fenstern und wissen, was gemeint ist. Dahinter sind momentan zehn KünstlerInnen aktiv am Werkeln und wie schon immer gibt es jene, die sporadisch die Möglichkeiten des Hauses für die unterschiedlichsten Projekte nutzen oder einfach Netzwerken. Es wird also auch künftig dieser und jener Impuls, ein bekanntes oder neues Format von hier ausgehen. Wie etwa bald wieder der Zirkus Upsala durch Zeitz ziehen wird, wie Wagener bemerkt.

Das Potenzial der alten Bibliothek und die Initiativen der Protagonisten sind längst über die Stadtmauern hinaus bekannt. So wird kommenden Dienstag das Netzwerk des Sachsen-Anhalt-Projektes Neues Europäisches Bauhaus hier vorstellig. Diskutiert werden Zeitzer Eigentümerinitiativen und die Stiftung Bauhaus Dessau wird erste Ideen für kulturelle Bildung in der Stadt Zeitz präsentieren (mehr darüber lesen). Keine Panik, es ist ein guter Termin für die neuen Herren im Olymp.

Demnächst in KulturZeitz (Änderungen vorbehalten)

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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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