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Karl-Marx-Orden und andere Erinnerungen

Karl-Marx-Orden und andere Erinnerungen

Virtuelle Ausflüge in die Zeitzer Geschichte

Pressegespräch mit THIS IS FAKE und plötzlich bist du mittendrin in deinem Stück Lebensgeschichte in der DDR. Obwohl es Jahrzehnte her ist und sie sozusagen ausgestorben sind, kommen dir Begriffe und Berufsbezeichnungen ganz nahe vor, auch Geschichten, die sich damit verbinden. Pionierleiter*in, Neuerer, Gruppenratsvorsitzene, Traktorist*in, Horch und Guck und andere. Später werden wir eine Urkunde zur Verleihung des Karl-Marx-Ordens an den VEB ZEMAG Zeitz und Fotos von Ehrungen zum „Tag des Metallarbeiters“ entdecken.
Es ist auch didaktisch spannend, was Lenn Blaschke und Leon Galli mit ihren Mitstreiter*innen zusammentrugen und wie sie es präsentieren. Zeitzeugen, Dokumente, Gebäude, Geschichte und Geschichten aus Zeitz von gestern bis heute in Virtual Reality-Formaten phantasievoll aufgearbeitet.
„Was siehst du, wenn du die Augen schließt?“ in der Nudelfabrik – unbedingt empfehlenswert (Infos Seitenspalte rechts).

Zeitreise in fünf Blöcken

In fünf Blöcken können Besucher*innen ihre Entdeckungen machen, in die Geschichte reisen, in die Zukunft blicken, sich selbst entdecken – je nachdem, wie weit sich jeder darauf einlässt. Brille und Kopfhörer auf und die Reise beginnt.

In MEMORY durchreist du Räume zu Zeitzer Orten. Denkräume entstehen auf dem Weg zwischen überraschend auftauchenden Orten während du den von Zeitzer*innen erzählten Versatzstücke aus ihrer Geschichte, von ihren Erfahrungen und Wünschen lauschst. Wie von Zauberhand spürst die Lust, den persönlichen Erzählungen anderer und den via Photogrammetrie digital konservierten Zeitzer Orten deine eigenen Geschichten hinzu zu denken. Für die Erzählungen der anderen hatten die Protagonistinnen in Interviews ZeitzerInnen nach ihren Erfahrungen, Hoffnungen und Erlebnissen aus dem Leben in der DDR bis ins Heute befragt und die Töne mit den Bildern zu einem intensiven räumlichen Kaleidoskop zusammengefügt.

Zu einer außergewöhnlichen Begegnung führt dich REFLECTION. Eine Begegnung mit dir selbst. Du sitzt dir gegenüber, gelegentlich verwundert über die eigenen Reaktionen während sich die Zeitzer Schauspielerin Henriette Rossne-Sauerbier mit dir unterhält. Motion Capture macht es möglich, deine Bewegungen auf dein Gegenüber zu übertragen, auf dich. Am Anfang bist du leicht verstört, weißt nicht recht, wie umgehen mit der plötzlich doppelten Präsenz. Etwas hölzern kommst du dir vor, dort auf der anderen Seite des Tisches, wo du doch hier sitzt, nicht dort drüben. Sehe ich so aus, wenn andere mich sehen? Reagiere ich so auf Fragen? Eine durchaus spannende neue Beobachtung an dir selbst.

Im Block MOTION stehst du noch vor einer im Raum platzierten Bretterwand als diese sich in das geflieste Bahnsteighäuschen des Zeitzer Bahnhofs verwandelt, kaum dass du die VR-Brille trägst und dich drehst. Nicht die einzige Begegnung mit Zeitzer Räumen, die plötzlich Menschen beginnen zu durchqueren. Sie sind ziemlich beschäftigt. Womit? Avatare im Low-Poly-Stil verrichten schwere körperliche Arbeit, deren Bewegungen durch Motion Capture erfasst wurden, jedoch ohne den Raum oder sichtbare Werkstoffe tatsächlich zu bearbeiten. Es ist wie ein Theaterstück über verschwundene Arbeitswelten. Und du mittendrin.

Eben dir selbst gegenüber kannst du in FICTION in die Rolle eines Anderen schlüpfen. Oder einer Anderen. Bei meinem Versuch lehnte ich als schlankes blondes Mädchen lässig an der Wand, ging an einen imaginären Spiegel und richtete mir das Haar. Das Röckchen ist dann doch etwas knapp, fand ich, jedenfalls für einen Mann in meinem Alter. Wer du sein willst kannst du selbst bestimmen. In einem einer Garderobe ähnlichen Raum kannst du dir einen Avatar aussuchen, in dessen Körper du dich begeben willst. Die Idee dahinter ist die Aufforderung zur Auseinandersetzung mit einer Zukunft, in der Herkunft, Sexualität, Geschlecht oder körperliche Besonderheiten keine Rolle mehr spielen. Was du während deines Rollenspiels hören wirst sind Interviews mit Menschen, die über ihre Erfahrungen mit Avataren in virtuellen Welten sprechen.

Mittendrin im Ausstellungsraum der fünfte Block, das ergänze Archiv, als Art INTERNET CAFÉ. An zwei Rechnern blätterst du und findest allerlei Fundstücken, Zeitzeugen aus der Zeit volkseigener Betriebe und der Nachwende. Oben genannte Urkunde zum Karl-Marx-Orden fanden wir hier neben Zeitdokumenten, die bei manchem Zeitzer Erinnerungen wach rufen dürften.

Helfer*innen gesucht!

Für nachfolgende Zeiten werden 8 Freiwillige für die Ausstellungsaufsicht gesucht.

Samstag, 15.08.2020
1). 10:00 – 14:30
2). 15:15 – 18:45

Sonntag, 16.08.2020
3). 10:00 – 14:30
4). 15:15 – 18:45

Freiwillige (ab 18 Jahre und ohne Covid-19-Symptome) bitte melden unter Angabe einer Telefonnummer und gewünschter Einsatzzeit bis Freitag, 07.08.2020, unter ausstellung@thisisfake.team

Eine Einführung erfolgt eine Stunde vor Einsatz.

Zugangszeiten, Anmeldung

Wegen der besonderen Hygienevorschriften kann die Ausstellung nur in Gruppen, zu bestimmten Zeiten und nach Anmeldung besucht werden.

Voranmeldung bis 13.08.2020
an: ausstellung@thisisfake.team
oder von Montag bis Freitag
zwischen 16 Uhr und 18 Uhr
unter +4915750345665

Im Ausstellungsraum umgesehen

Impressionen aus der Nudelfabrik

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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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