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„Mach es wie die Sonnenuhr…

„Mach es wie die Sonnenuhr…

…zähl die schönen Stunden nur“ – Schön wärs

Eine Geschichte der verpassten Gelegenheiten

Wer das Leben etwas kennt, der weiß: nichts falsch zu machen, muss nicht immer heißen, dass du alles richtig machst. Ein gutes Beispiel dafür liefert in diesen Tagen die Stadt Zeitz, insbesondere ihr Oberbürgermeister mit dem Gezeter um die Sonnenuhr am Rossmarkt. Eine Geschichte, die jene Sonnenuhr zum Weinen, deren Initiatoren und Erbauer zum Kopfschütteln bringt und der Verwaltung fehlende Souveränität bescheinigt.

Die Mitteldeutsche Zeitung hat das Thema, wie ich finde, richtig aufgegriffen und kommentiert (siehe Abb. unten), auch wenn der Oberbürgermeister das „unmöglich“ fand, weil „die rein gar nichts falsch gemacht..“ hätten. Gemeint ist seine Denkmalbehörde, die dem Anbringer der Sonnenuhr, Goldschmied Andras Otto, jene Anhörung ins Haus schickte, die und deren Folgen nun Debatten auslöste und der Stadt schlechte Presse beschert.
Die Anhörung als Erinnerung an den nichtvorliegenden denkmalschutzrechtlichen Antrag zur Genehmigung der heute weinenden Sonnenuhr sei rechtlich begründet, so der OB. Zur Geschichte gehört indes auch jenes Schreiben des vorherigen OB, wie MZ aufdeckt, das dem Goldschmied bescheinigt, eine Genehmigung sei nicht erforderlich, worauf der Goldschmied nun vertrauen durfte. Indes der jetzige OB eben dieses Schreiben als Genehmigung betrachtet, die, ausgestellt 2015, inwischen verfristet sei.  „…rein gar nichts falsch gemacht..“?. Kann sein, und doch nicht alles richtig.

Denn, weil es offensichtlich so ist, dass denkmalschutzrechtlich gegen die Anbringung der Sonnenuhr nichts vorzubringen, bei Antrag also die Genehmigung erfolgt wäre, muss man fragen, worum es eigentlich noch ging. Ist dies eine Geschichte, in der es darum geht, unbedingt Recht zu behalten? Oder ist es eine Geschichte, in der die Denkmalschutzbehörde keinerlei Ermessenspielraum hatte und so handeln musste? Letzteres vermutlich nicht. Und selbst wenn, diese Geschichte hätte mit etwas Taktgefühl und Souveränität anders enden können.

So ist daraus eine vor allem peinliche Geschichte der verpassten Gelegenheiten geworden. Die da waren: die erste mit der ersten Nachfrage der Mitteldeutschen Zeitung, deren folgenden Beitrag man schon hätte vermeiden, zumindest entschärfen können und die jüngste Stadtratssitzung am Donnerstag als zweite Gelegenheit zur Befriedung. Stattdessen wurde noch einmal zugespitzt.

Souverän und empathisch wäre gewesen, den Goldschmied zu besuchen, in der Linken den Antrag auf Genehmigung und in der Rechten die Genehmigung gleich mit – unterzeichnen, Hände schütteln, fertig. Aber, vermutlich fänden findige Juristen auch hier etwas, das dagegen spräche, ein Datum, eine Frist…irgend etwas
So wird an dieser peinlichen Geschichte noch immer geschrieben, Ende ungewiss. Nur so viel ist schon jetzt klar: sie hat aktive Gewerbetreibende enttäuscht, lässt Verwaltungsangestellte unzufrieden zurück, liefert für bürgenahes Handeln kein gutes Beispiel und ist Wasser auf die Mühlen der Abwinker.

Demnächst in KulturZeitz (Änderungen vorbehalten)

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About The Author

REINER ECKEL Jahrgang 1953, wohnt in Zeitz. Der Web 2.0-Enthusiast ist in Sachen Web, Grafik und Layout als Autodidakt unterwegs. Betreibt zeitzonline.de seit 23. Februar 2011.

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